Normalisierung ab mAirList v6.2

Warum bin ich sehr angetan von dieser Sache?
Es hat einen noch ganz anderen Grund warum sich die Sache bei uns lohnen wird:
Lokale öffentliche Ausspielung mit PA Anlage.

Und zwar nennen wir das “euer WebRadio zum Anfassen”
Wir stehen öfter im Jahr mal bei Benefiz Veranstaltungen auf der Bühne oder auf dem Platz und beschallen die Innenstadt. Dabei läuft natürlich auf einem mobilen Setup mAirlist angebunden an unsern Server live über den Ether. Also auch OnAir.
Für den stream ist die Abmischung zwischen Musik Jingles und Mikrofonen recht einfach denn das regelt noch Stereotool.

Ein signifikantes Problem jedoch stellt die lokale Ausspielung dar. Es muss stets jemand am Pult stehen um eventuelle Knaller runter zu fahren oder Schleicher mal wieder auf die Sprünge helfen. (Lieder…)
Da die Lokal ausspielung wegen der Moderation ja preDSP stattfindet zeigen sich die Leichen der Musikbrickets die noch bei uns vorliegen.
Diese werden jetzt ohnehin komplett ersetzt.

Jedoch wenn unser Stammprogramm, also die 24/7 Rotation auf R128 läuft, gibt es auch auf dem Marktplatz eine runde Sache. Einzig die Mikrofone müssen dann ordentlich eingepegelt werden. :wink:

Korrekt.
Und auf den Mikrofonkanälen des Pultes kann man vorab den Gain so einregeln, dass bei einer “normalen” Fader-Einstellung auch ein Wert um die [xy] LUFS herauskommt.

Bitte beachten: Sprache ist weitaus dynamischer als die derzeit gängige Musik. Gerade die von dir erwähnten Chartsampler werden dir das ein oder andere Brikett in die Wellenform spülen.
Je nach Begeisterung vs. Sprechdisziplin des Moderators - und ggf. mikrofonunerfahrener Gäste / Besucher - ist ein Kompressor im Insert hier sehr hilfreich (das ist eins der Anwendungsgebiete, wie ich die so genannten “one-knob-Kompressoren” auf den Yamaha Pulten als Kompromiss ganz okay finde).

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Habe ich das gesagt? Wo?

Zum Kuckuck, jetzt vergiß doch mal diese dämlichen dBTP! Du betonst das, als ob das ein Qualitätsmerkmal sei. Ist es aber nicht, sondern lediglich eine technische Obergrenze, die es früher™ (d. h. vor R 128) auch schon gab! Ich dachte, ich hätte das hinreichend erläutert.

Brauchste auch nicht, der ist schon da. Wirst sehen. Zumindest ginge in einer –18-LUFS-Welt niemand mehr freiwillig auf –23 runter, aus bekannten Gründen. Insofern ist

mit Sicherheit nicht mehr durchführbar. Aber wie gesagt: Im Hörfunk kommen wir wahrscheinlich sogar damit durch.

Dann senden sie halt nicht R-128-konform.

Das ist das Problem: Die ganzen Webradios machen ja immer nur das nach, was sie woanders hören. (Wie wir früher auch mit unseren Cassetten.) Und deren Vorbilder pfeifen nunmal auf die Norm. Weil keiner der erste sein will. Ist im Radioforum irgendwo ganz nett dargelegt.

Resignierte Grüße

TSD

Das ist aber dann ein Faktor den kann ich fast nicht mehr verhindern. Natürlich sollte man bei seiner Musik auch ausgewählte Alben im Peto haben. Jedoch diese Brikets werden dann einfach nach und nach und im laufe der Zeit entweder ersetzt oder auch durch andere Quellen ergänzt. Rechtlich besitze ich das Stück dann ja :wink:

Interessante Diskussionsgrundlage, und gar nicht trivial. Allerdings ist hier leider nicht der Platz dafür.

Beengte Grüße

TSD

Wie kann ich ein bestehendes Musikarchiv auf Lautheit (R 128) normalisieren?

Man sollte wissen, dass es dazu zweier Schritte bedarf:

  • Die Ermittlung der Lautheit als Referenzwert
    und
  • die Berechnung der Normalisierung als Korrekturwert.

Beides kann auch auf einmal erfolgen. Wenn man nach Lautheit normalisiert, wird zugleich die Lautheit berechnet, sofern das noch nicht erfolgt ist.

Die Ermittlung der Lautheit muss in aller Regel nur einmalig durchgeführt werden; dieser Wert ändert sich nicht mehr. Voraussetzung dafür ist allerdings die Speicherung der Daten in der Datenbank oder einer *.mmd-Datei. Der Vorgang ist sehr rechenintensiv und benötigt – vor allem in der Massenbearbeitung – viel Zeit.

Die Möglichkeit der Lautheitsberechnung besteht bereits seit Version 6.0. Man kann also auch ohne Normalisierung nach EBU R 128 sein Musikarchiv (die Bibliothek in der Datenbank) schrittweise darauf vorbereiten.

Ob ein Element bereits berechnet wurde oder nicht, lässt sich im Eigenschaften-Dialog erkennen.

Praxistipps:

  • Es ist empfehlenswert, die Haken „Datei beim Import normalisieren“ und auch „Während des Imports R 128-Lautheit bestimmen“ vorübergehend zu deaktivieren.
    - Im Neuzustand sind diese Optionen bei mAirList nicht gesetzt. -
    Die Funktionen können später wieder aktiviert werden.

  • Warum das?
    Ich empfehle eine Zweischrittigkeit. Erst die Lautheit ermitteln und dann normalisieren.
    Begründung: Da die Ermittlung der Lautheit sehr rechen- und zeitintensiv ist, könnte das dazu führen, dass man vorübergehend eine Bibliothek hat, die zum Teil nach R 128 normalisiert ist und zum Teil gar nicht oder nach einem anderen Verfahren. Diese Mischung ist nicht empfehlenswert.

  • Versuche erst gar nicht, die gesamte Bibliothek auf einmal zu berechnen. Arbeite lieber in Blöcken, z.B. den Ordnern.

Die Lautheitsberechnung in der Massenbearbeitung

Rufe in der Bibliothek einen Ordner auf, der nicht zu viele Elemente enthält.

:warning: Beim letzten Praxistest bei einem Kunden betrug die Rechenzeit für einen durchschnittlichen Pop-Titel ca. 10 Sekunden (das mag von PC zu PC variieren). Bei 1.000 Titeln wären das – grob gerechnet – über 2½ Stunden! Angesichts mancher Musikarchive in einer Größenordnung von (mindestens?) 15.000 bis 20.000 Titeln kann hier schnell mal ein Wochenende dafür drauf gehen – allein an Rechenzeit!
Ich hoffe, dass es auf deinem System schneller geht.

In der Massenbearbeitung wählt man nun „Lautheit“.

Nach der Berechnung der Lautheit sieht es in den Element-Eigenschaften so aus:

Wie vorab beschrieben, kann die Berechnung der Lautheit erfolgen, ohne das laufende Programm zu beeinflussen.

Tipp: Wenn die Datenbank als eigenständige Anwendung aufgerufen wird, werden andere Programmteile nicht blockiert. Ein gleichzeitiger Dateizugriff sollte allerdings vermieden werden.

Erst die Lautheit, dann die Normalisierung?

Ja, bitte – wie vorab mehrfach empfohlen.

Wenn die Lautheit der Titel in mAirList bereits fertig berechnet ist, dauert die Normalisierung nicht mehr so lang. Sie kann sogar recht schnell erfolgen.

Auch wenn an den Grundeinstellungen (-23 LUFS, -1 dBTP) grundsätzlich nichts mehr geändert werden sollte, kann es doch sein, dass mit davon abweichenden Werten gearbeitet werden muss (oder: in der Vergangenheit damit gearbeitet wurde). In dem Fall müssen die Elemente in der Datenbank neu normalisiert werden. Erneut zeigt sich der Zeitvorteil, wenn die entsprechenden Elemente bereits vorab in der Lautheit berechnet wurden.

In dem Fall braucht es in der Massenbearbeitung nur noch die Normalisierung:

Wenn diese Maßnahme beendet ist, findet sich der passende Eintrag auch in den Element-Eigenschaften.

Ob das auch so stimmt wie gewünscht, kann man leicht überprüfen:

  • Lautheit anzeigen lassen,
  • Differenz zum Zielwert ausrechnen,
  • Normalisierungswert überprüfen.

In diesem Beispiel beträgt die Lautheit -13,1 LUFS. Um den Zielwert von -23 LUFS zu erreichen, beträgt der Korrekturwert im Feld Verstärkung tatsächlich -9,89.

Ein letzter Schritt:

Nachdem nun das Archiv komplett auf einen Level normalisiert wurde, sollte das mit allen anderen Elementen auch geschehen.
Hierzu setzen wir die beiden Haken in der Konfiguration (wieder) aktiv:

Damit wird ab sofort jedes Element in seiner Lautheit bestimmt und normalisiert.
:warning: Das betrifft sowohl Importe in die Datenbank über die Synchronisierung (die dadurch jetzt länger dauert als von früher gewohnt) wie auch Übernahmen in die Playlist von einem anderen Speicherort (USB-Stick etc.).

Bitte nicht davon irritieren lassen, dass der Import eines fremden Titels in die Playlist ebenso lang dauert wie die Lautheitsberechnung aus dem ersten Schritt – in der Summe dauert es nun nicht mehr so lang.

Die durchgängige Lautheit ist damit automatisch gewährleistet.

Vorteil: In der Lautheit berechnete und normalisierte Titel hingegen werden jetzt schneller in die Playlist übernommen. Allein dafür lohnt es sich.

Viel Erfolg! :slightly_smiling_face:

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Hallo Uli,

ich habe jetzt schon mehr als die Hälfte meines Bestandes nach R 128 normalisiert. Allerdings habe ich in der Massenbearbeitung direkt auf normalisieren geklickt. Muss ich jetzt alles nochmal im Zweischrittverfahren machen?
Als Durchschnittswert habe ich bei meinem Einschritt-Verfahren für 1.000 Titel ca. 40 Minuten ermittelt.

Verunsicherte Grüße
Martin

Hallo Martin,

nein, musst du nicht: Wenn du einen Titel nach Lautheit normalisierst, wird zugleich die Lautheit ermittelt - und festgeschrieben.
Dieser Teil bleibt dir auf jeden Fall erspart.

Du hast momentan ein Archiv, das zu über der Hälfte nach Lautheit normalisiert ist und der Rest eben noch nicht bzw. anders. Das kommt in einer Playlist natürlich nicht so gut.

Workaround / Tipp:
Eine geladene Playlist komplett markieren (von den nicht spielbaren Elementen mal abgesehen) und dort die Massenbearbeitung - Normalisierung - durchführen lassen.
Dauert nicht ganz so lang (2 Stunden ca. 30 - 40 Elemente?) und dann ist wenigstens die Playlist der nächsten Sendung safe.

:warning: Kurzfristig eingeschobene Musikwünsche aus der Datenbank, die noch nicht korrekt normalisiert sind, bitte im Auge behalten, da können Ausreißer dabei sein!

Ist klar, das praktiziere ich im Fall des Falles bereits so.

Jetzt verunsicherst Du mich aber noch mehr. Zwei Stunden für 30 bis 40 Elemente?? Dann muss bei mir grundsätzlich was schief laufen. 30 bis 40 Elemente gingen bei mir im ein- bis zweistelligen Minutenberiech durch.
Normalisiere ich am Ende etwa unnormal?

Entschuldigung, Miss(t)verständnis: Zwei Stunden Sendung bestehen aus geschätzt gesamt 30 bis 40 Elementen, je nach Musikfarbe, Genre und Fahrstil.
So war das gemeint.

Ok, das hatte ich dann wohl missverstanden. Dann scheint ja erstmal alles richtig zu laufen.
Vom Ergebnis bin ich übrigens begeistert, das muss ja auch mal gesagt werden.

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Dieser Tage kam - außerhalb des Forums - eine interessante Frage auf, als ich mal wieder missionarisch in Sachen R 128 unterwegs war:

Verändern sich nach der Lautheits-Normalisierung nicht auch die Werte für die Cue-Punkte, die vor der Normaliserung mittels Auto-Cue ermittelt wurden?
These: Wenn sich die Lautheit als solche im Ausspielprozess verändert, müssten sich ja auch die Cue-Punkte entsprechend dazu verschieben.

Preisfrage: Muss nach einer Normalisierung auch der Auto-Cue-Prozess im Rahmen der Massenbearbeitung neu angestoßen werden?
Angesichts einiger später manuell bearbeiteter Cue-Punkte würde das erheblichen Mehraufwand bedeuten.

Antwort: Nein.
Torben formulierte das so:

Das AutoCue findet vor der Normalisierung statt, und basiert immer auf dBFS.

Soll heißen: Die Normalisierung nach R 128 hat keinen Einfluss auf die Cue-Punkte.

Wieder ein Stückchen Klarheit mehr. :+1:


Einen Erfahrungsaustausch zu individuellen Auto-Cue-Einstellungen (und Fadezeiten) findet ihr hier:

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Hierzu eine Ergänzung. In einem Telefonat (Kundensupport) kam genau diese Frage auf, wie man denn erkennen könne, welche Titel im umfangreichen Musikrchiv denn nun schon Lautheits-bestimmt seien und welche nicht.
Eine wichtige Frage, wenn man schrittweise vorgehen möchte.

Man kann sich das in der Datenbank / Ansicht: Bibliothek anzeigen lassen. Automatisch gibt es diese Spalte allerdings nicht, man muss sie erst aktivieren.

Danach steht die Spalte Loudness (LUFS) - und ggf. auch andere, je nach Auswahl - zur Verfügung.
Nun kann man nach ihr sortieren (Klick auf den Spaltenkopf) und so eventuell vorhandene Titel ohne Lautheit ermitteln.

In der hier abgebildeten Test-Datenbank waren alle Titel bereits analysiert, es gab also nichts nachzubessern.
Andernfalls hätte man hier alle Titel ohne Lautheit markiert und in der Massenbearbeitung einer Lautheitsanalyse unterziehen können.

Lieber Uli!

Ich habe mir nun die 6.3 geholt, die Konmfigurationsdateine an den Vorgänger 6.2. angepasst (man will ja das alles so aussieht wie vorher) Datenbank geöffnet und wollte nach deiner Erklärung Lautheit und Normalisieren durchführen. Bloß ich finde die Massenbearbeitung nicht. Bin in der Bibliothek, wo alle Ordner sind, wie in der Vorgängerversion.

Daran hat sich aber nichts geändert. :wink:

Hast du denn die Auflistung der Titel des Ordners auch alle ausgewählt (Strg+A ) bzw. einen Teil davon markiert?
Der Rechtsklick auf diese Auswahl führt dich zur Massenbearbeitung.

DANKE , dass hab ich gar nicht gewusst!

Freut mich, dass es klappt.
Deine erste “Berührung” mit der Massenbearbeitung?

Kann ich eigentlich einem so behandelten Titel die Normalisierung (gerne per Massenbearbeitung) wieder entziehen?

Jepp: Setze die Verstärkung einfach wieder auf 0.

Die Werte für R 128 und Peaks müssen nicht gelöscht werden, die sind ja Bestandteile der Analyse und haben auf den Ausspielprozess (noch) keinen unmittelbaren Einfluss.

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Merci. Ich sah nämlich gerade, daß ich meine CD Meß- und Prüfsignale normalisiert hatte …