Behringer DX2000USB: Aktiver oder Passiver Studiomonitor?

Was für einen Monitor brauch ich für den Behringer DX2000USB? Einen Aktiven oder einen Passiven?

Ist unabhängig vom Mischpult, welche Art von Abhörmonitoren du benutzt. Zur einfachen Erklärung:

Aktiv = Verstärker (Endstufen) sind in der Monitorbox integriert
Passiv = keine integrierten Verstärker, ein externer (Stereo-) Verstärker ist notwendig

Welche der Varianten du verwendest hängt demnach von deiner Studioumgebung ab. Einen akustischen Vorteil hat eine aktive Box gegenüber einer passiven nicht, der für mich einzig wahrnehmbare Vorteil einer aktiven Box ist, das nicht noch irgendwo im Studio eine Endstufe (womöglich mit aktiven Lüftern) laufen muss. Allerdings erfordern aktive Boxen zusätzlichen Verkabelungsaufwand, weil jede Box mit 230V versorgt werden muss.

hm. wenn dein studio nicht zu groß ist, kann man zumindest anfangs über die vielleicht schon vorhandene stereo-heimanlage nachdenken.
wobei die natürlich auch schon klingen muss.

Preisgünstiger sind grundsätzlich die passiven, weil man dafür ja einen zusätzlichen halbwegs passenden Amp braucht.

ich glaube ich hab noch 2 x 50 W 3 wege boxen im schrank :smiley:

Heißt also: “Ein passiver wäre besser, da er preisgünstiger ist. Jedoch muss ich einen Verstärker mit Endstufe anschaffen.” richtig?
Ich habe eigentlich gerade an den Behringer 1c Monitor gedacht, da die Bewertungen recht gut sind. Ich bin ja auch Einsteiger und nicht sooo anspruchsvoll…:http://www.thomann.de/de/behringer_monitor_1c.htm

[quote=“Radio4Players, post:3, topic:8626”]hm. wenn dein studio nicht zu groß ist, kann man zumindest anfangs über die vielleicht schon vorhandene stereo-heimanlage nachdenken.
wobei die natürlich auch schon klingen muss.[/quote]
Gute Idee, habe es mir so umgestellt und ist für erstmal eine Alternative :slight_smile:

der verstärker hat eine endstufe,
je nach konstellation also einen verstärker (der hat in der regel eine klangreglung z.b. deine stereoanlage) oder aber
eine endstufe (die m.M.n. ohne klangreglung daher kommt)

persönlich finde ich eine stereoanlage völlig ausreichend, wenn sie denn nicht als billigteil daher kommt, wichtig sind dabei auf jeden fall die boxen.
ich hab hier ein 3 wege system (sprich in einer box sind 3 lautsprecher , höhen, mitten und tiefen)

Ja du hast recht ich werde bei meiner Steroanlage bleiben. :slight_smile: Sie ist zwar nicht die jüngste (knapp 7 Jahre alt) aber war damals eine relativ teure…
Der Sound ist auch okay, denn die Boxen sind ca. 4 Jahre alt und mittel-Budget-Heimboxen.
Über bessere Boxen kann man ja in ein paar Jahren immer noch nachdenken :wink:

7 Jahre? Niedlich. Meine Wohnzimmer-Endstufe hat jetzt 25 Jahre auf dem Buckel und ist klanglich noch immer 1a (Luxman LV-117). Hat nur leider kein HDMI :wink:

oha , der torben, naja ganz so alt ist mein teil nicht, bei nem umzug vor vielen jahren hatte ich mir fürs wohnzimmer was neues geholt, aber den receiver den ich vorher hatte wollte ich nicht wegschmeissen, Techniks SA EX320
Fürs Studio und die Soundbearbeitung völlig ausreichend bei ordentlichen Boxen.

Ich bleibe zwar erstmal bei meinen Boxen, aber trotzdem würde ich es gerne komplett wissen :smiley:

So, jetzt trotzdem mal angenommen ich würde diesen Behringer Studiomonitor kaufen (http://www.thomann.de/de/behringer_monitor_1c.htm). Was bräuchte ich noch dazu? Was für ein Kabel kommt dazwischen? Bräuchte ich jetzt theoretisch einen Vorverstärker oder so?!? Was genau müsste zwischen diesen Behringer Monitor und den Monitor Anschluss von meinem Behringer DX2000USB? (Rückseitenansicht vom Monitor hier: http://www.thomann.de/de/media_bdbviewer_AR_172096.html?image=3)

da kommen ganz normale lautsprecherkabel dran, und die se dann an einen verstärker (Heimanlage z.b.),
dein monitorausgang vom mixer wird dann mit nem kabel zum verstärker verbunden, so wie du z.b. einen CDPlayer anschliesst, nur hal dort dann einen eingang wählen, z.b. CD Player.
zu beachten wäre, das lautsprecherkabel muss richtig angeschlossen sein, also nicht pahsen verwechseln, sonst klingt es nicht, weil beim bassschlag dann der lautsprecher nicht rauskommt sondern reingezogen wird.
also plus zu plus und minus zu minus als beispiel , kann man leicht realisieren, weil kabel meist auf einem kanal eine 2. farbe haben, beispiel: links = Schwarz, rechts = Schwarz/rot

Achso okay :slight_smile: Dann ist es ja easy ;D
Eine Frage: Macht es deiner Meinung nach Sinn, einfach die beiden jetztigen Boxen auf dem Boden zu lassen und zusätzlich die Monitore an die Wand zu hängen? Oder macht es keinen Sinn wegen “zu viel” und evtl. verzögerung?

Um auch mal hier ein paar mögliche Mißverständnisse aufzuräumen…

Aktiv oder passiv ist überwiegend eine Glaubenssache, bzw. die technischen Umstände diktieren die Wahl. Wer keinen Extra-Verstärker zwischen Mischpult und Box haben will, greift zu Aktivboxen, kauft sich damit aber den “Nachteil” ein, daß die Boxen für die Verstärkung eine eigene Netzversorgung brauchen. Manche meinen, in einem “großen” Verstärker könne man zuverlässigere Komponenten einbauen (u.a. größere Netzteile, um mögliche Schwankungen im Stromnetz abfiltern zu können…) - im “Regelbetrieb” spielt das aber (zumindest für mich) eine eher untergeordnete Rolle. Für die ganz paranoiden (bezüglich Netzstabilität) gibt es auch Aktivboxen, die einen dreiphasigen Netzanschluß wollen, um die Wechselspannung in unserer Netzversorgung so weit es geht glätten zu können - man kann alles auf die Spitze treiben :wink:

Um noch ein bißchen Licht in’s Dunkel zu bringen “was wo angeschlossen werden muß”: Aus Mischpulten kommt i.d.R. “Line”-Pegel heraus (es sei denn, es handelt sich um einen Powermixer, der hat einen Verstärker direkt eingebaut und man kann gewöhnlich die Boxen direkt dranhängen) - wie man was zusammenhängt, ist von eben diesem “Pegel” abhängig. “Pegel” drückt sich in der Tontechnik elektrisch aus, d.h. es geht um die Spannung (und bisweilen den Strom). Ohne zu sehr in die Grundlagen abdriften zu wollen ist der Pegel also ein elektrisches Abbild der Schallwellen. Achtung: “Pegel” wird in der Tontechnik mit zwei unterschiedlichen Definitionen verwendet und zwar a) als Begriff für “Lautstärke”, der meist über einen Regler (am Mischpult, Verstärker, Instrument, …) geregelt wird; und b) - und das ist die Definition, die wir hier brauchen - bezeichnet “Pegel” auch eine Kenngröße (meistens elektrische Spannung), die angibt, wie Geräte miteinander verbunden werden müssen.

Das sei anhand eines Beispiels etwas genauer erklärt: in einem dynamischen Microphon werden ohne weitere Hilfsmittel Schwallwellen per Induktion (an der Microphonmembran angebrachte Drahtspule bewegt sich in konstantem Magnetfeld) in elektrische Spannungsschwankungen umgewandelt. Die dabei entstehenden Spannungen sind extrem klein - um damit riesige Lautsprechermembrane bewegen zu können reicht das keinesfalls aus, es muß also eine “Verstärkung” dazwischen. Ein Plattenspieler, bei dem über die Nadel ebenfalls per Induktion die Nadelbewegung in Spannungsschwankungen umgewandelt wird erzeugt ebenfalls sehr niedrige Spannungen. Andere Geräte wie Tonbänder, CD- oder MP3-Player, aber auch Soundkarten arbeiten bereits voll elektrisch, deshalb geben auch sie an ihren Ausgängen Spannungsschwankungen ab. Aber alle diese Spannungen reichen alleine nicht aus, um Lautsprechermembrane zu bewegen - oder jedenfalls nur minimal. Stellt man sich jetzt riesige Lautsprechertürme wie im Open-Air-Konzert vor wird schnell klar, daß da noch etwas passieren muß, bevor die Spannungsschwankungen einer Quelle wieder in druckvollen Schall umgewandelt werden können. Dieses “etwas passieren” nennt man auch Verstärker- oder Signalkette, da meistens mehrere Zwischenstationen involviert werden.

Da - vom Grundsatz her - an sich jede Quelle ihren eigenen Ausgangspegel definieren könnte, der entweder durch technische Begebenheiten (maximal erzeugbare Spannungsschwankung einer sich im Magnetfeld bewegen Spule) oder Übereinkunft (“Wir stellen für unser Produkt die maximal darstellbare Spannungsschwankung wie folgt ein: …”) bestimmt wird wird schnell deutlich, daß das ein unübersehbares Chaos gibt, wenn man sich nicht auf gewisse Standards einigt. Ich kratze hier nur an der Oberfläche; da gibt es noch sehr viel mehr Details (z.B. die tatsächlichen Definitionen, die ich Euch hier erspare) - aber dazu auch haufenweise Literatur :wink: Hier seien als Vergleich nur genannt, daß es auf der Quellenseite zum Beispiel unterschiedlich große maximale Spannungsschwankungen gibt - und diese werden üblicherweise “Pegel” genannt. Die wichtigsten sind dabei Microphon-, Phono- und Line Pegel. Es gibt da noch Unterteilungen (Bei Phono zum Beispiel gibt es Unterschiede zwischen “Moving Coil” (“bewegte Spule”, MC) und “Moving Magnet” (“Bewegter Magnet”, MM); bei Line unterscheidet man zwischen einem “Heim-” oder “Consumer”-Pegel auf der einen und einem “Studio-Pegel” auf der anderen Seite - aber diese Unterteilungen sind wieder Detailfragen und spielen für diese Betrachtung hier keine Rolle.

Wir wissen jetzt also, daß es verschiedene Pegel bereits bei den Quellen gibt und daß es eine Signalkette gibt, die dafür sorgt, daß diese Pegel letztlich irgendwo weiterverarbeitet werden können. Je nach Anwendungsfall kann diese Weiterverarbeitung ganz unterschiedlich aussehen: an der Heimstereoanlage geht es darum, die Quelle (Plattenspieler, CD, Tonband, MP3, …) direkt zu hören, also über Verstärker zum Lautsprecher zu bringen. Auf einem Konzert liegt der Fall ähnlich, nur daß hier die Quellen in der Regel vorher in einem Mischpult gemischt werden, um schließlich ein Summensignal auf den Verstärker zu bringen. Dabei kann es durchaus schon sein, daß es unterschieldilche Signalwege gibt: So kann dasselbe Micro in unterschiedlichen Teilen auf die Hauptboxen (Zuschauer) oder auf die Monitorboxen auf der Bühne gelegt werden. Beim Radio hat man quasi eine Mischform: man hat meistens mehrere Zuspieler, oft auch unterschiedlichen Typs und man hat verschiedene Ansprüche an die Signalwege: “auf Sendung” geht eine Summe, diese hört man sich im Studio über Boxen und/oder Kopfhörer an, möchte aber meistens auch in der Lage sein, kommende Beiträge “vorzuhören”, brauch als ggf. Umschaltmöglichkeiten.

Dies läßt erahnen, daß der Teufel hier durchaus im Detail stecken kann, deshalb ist es sinnvoll, sich einige Grundregeln zu verinnerlichen:

  • will man zwei Geräte zusammenschließen, müssen der Ausgangspegel des Quellgerätes und der Eingangspegel des Zielgerätes aufeinander abgestimmt sein. In vielen Fällen ist mindestens eine der beiden Seiten regelbar, um geringfügige Anpassungen vorzunehmen (z.B. “Gain” am Mischpult), aber die Grundregel ist: Phono Ausgang auf Phono Eingang, Line Ausgang auf Line Eingang, Microphon auf Microphon Eingang.
  • Studio-intern (z.B. für Effektgeräte, Dynamik-Prozessoren, etc) arbeitet man meist auf Line Pegel
  • Vorverstärker sind meistens im Heimbereich zu finden. Sie Verstärken vor allem kleine Pegel (Phono und/oder Micro) auf Line Pegel, im Heimnereich dienen sie oft zusätzlich als Quellenwahlschalter (auch: Quellenumschalter). Im Studio erfolgt die Anhebung kleiner Pegel oft durch eingebaute Vorverstärker im Mischpult; das Msichpult hat dafür meist spezielle Kanäle. Hinter einem Vorverstärker oder Mischpult liegt also meist Line Pegel an, was auch bedeutet, daß man hinter einem Mischpult meist keinen Vorverstärker (es sei denn in der Rolle als Quellenumschalter) benötigt.
  • Endverstärker erwarten an ihrem Eingang Line Pegel und verstärken diesen so weit, daß an ihrem Ausgang passende Lautsprecher angeschlossen werden können.
  • Vollverstärker kommen meist im Heimbereich zum Einsatz und enthalten Vorverstärker, Quellenwahlschalter und Endverstärker in einem Gerät

Grob kann man also sagen: ein Mischpult ist (auch) ein Vorverstärker, im Falle des Powermixers sogar auch Endverstärker. Aktivboxen haben einen Endverstärker eingebaut, sie brauchen also ein Line Signal an ihrem Eingang.

Daher sind folgende Signalketten sinnvoll (ohne Anspruch auf Vollständigkeit; in Klammern jeweils typische Anwendungsfälle):

Quelle - Vorverstärker - Endverstärker - Passivautsprecher (HiFi-Anlage)
Quelle - Vollverstärker - Passivlautsprecher (HiFi-Anlage)
Quelle - Vorverstärker - Aktivlautsprecher (HiFi-Anlage)
Quelle - Powermixer - Passivlautsprecher (kleines Konzert / Mobildisco)
Quelle - Mischpult - Endverstärker - Passivlautsprecher (Disco, Konzert, Studiomonitor)
Quelle - Mischpult - Aktivlautsprecher (Studiomonitor)
Quelle - Mischpult - Aufnahmegrät (Ton- oder Radiostudio)

Es gibt Unmengen an Variationen, abhängig vom Zweck der Anlage, über das Budget, technischen Anforderungen bis hin zum persönlichen Geschmack - deshalb ist dieser Beitrag auch bewußt allgemein und oberflächlich gehalten, da das ganze sonst jeden Rahmen sprengen würde. Es ist nur als kleine Einstigshilfe gedacht, um ein Bewußtsein für die verschiedenen Variablen zu schaffen, die es im Abenteuer Tontechnik so gibt :slight_smile:

LG

McCavity

Wow - Vielen vielen dank für die ausführliche Erklärung!!!